Stadt Lenzburg
12.12.2018

Stadtplanerin hinterlässt Spuren

<em>Im Dialog mit der Bevölkerung:</em> Stadtplanerin Helen Bisang erläutert Bestandteile der Ortsplanungsrevision. Foto: Alfred Gassmann

Im Dialog mit der Bevölkerung: Stadtplanerin Helen Bisang erläutert Bestandteile der Ortsplanungsrevision. Foto: Alfred Gassmann

Bauamt Stadtplanerin Helen Bisang hat Lenzburg verlassen. Der Lenzburger Bezirks-Anzeiger traf die Planerin nochmals zu einem Gespräch. Ausgerechnet auf dem «Amt für die ganze Wahrheit».

Alfred Gassmann

Der Treffpunkt im neuen Stapferhaus war bewusst gewählt. Schliesslich fielen die Standortwahl, der Architekturwettbewerb und die Realisierung vollumfänglich in ihre Zeit der Anstellung und ihren Tätigkeitsbereich in Lenzburg. Das Konzept des pionierhaften Neubaus mit der offenen Gestaltung zum Bahnhofplatz hin überzeugte 2014 die Jury. Helen Bisang lobt den Vorbereich als Bindeglied zum öffentlichen Raum.

Sie darf auf eine Reihe von Architekturwettbewerben und Projekten zurückblicken. Herausgepickt seien der Ergänzungsbau Malagarain, die Schulanlagen, das Museum Burghalde und die neuen Alterswohnungen in der Oberen Mühle, wobei ihr Effort für die Bahnhofplanung heraussticht. Begleitet hat sie private Planungen wie einzelne Baufelder in der Widmi. Mit dem Mülimärt, dem Erlengut und der Liegenschaft Villeroy & Boch stehen Räume an, die darauf warten, weiterbearbeitet zu werden.

Bunte Palette von Inventaren

Am deutlichsten Spuren hinterlassen hat die Leiterin des Stadtbauamtes mit der Räumlichen Entwicklungsstrategie, dem Freiraum- und Landschaftsentwicklungskonzept und der Revision der laufenden Bau- und Nutzungsordnung. Die Revision ist auf solidem Weg, mit ein Verdienst von Helen Bisang, die all ihre fachlichen Fähigkeiten einbringen konnte. Wo der Boden knapp wird und viele Partner im Spiel sind, ist Raumplanung anspruchsvoll.

Besonders wichtig sind ihr nach einheitlichen Kriterien aufgebaute Inventare. Hin und wieder musste sie erfahren, dass diese infrage gestellt wurden. Als wichtigste städtische Räume werden die Bahnhofstrasse als zentrale Achse zwischen dem Bahnhofgebiet und der Altstadt sowie der Freiraum des Aabachs als grünes Rückgrat definiert. Sie bilden für Helen Bisang eine Herzensangelegenheit und wenn sie von einem Vermächtnis sprechen würde, dann würde sie bestimmt bitten, diese zwei Räume nie aus den Augen zu verlieren. Da ist nachvollziehbar, dass die Planerin die Kerntangente als Zäsur empfindet.

Gerne am Kronenplatz gearbeitet

Helen Bisang legte immer grössten Wert auf eine gute und wertschätzende Beziehung zu all den Mitarbeitenden. Symbolisch dafür steht, dass sie sich auch von der Mannschaft im Werkhof verabschiedete, und zwar mit einem währschaften Znüni. «Wir hatten es immer sehr gut mit ihr», meint ein bestandener Mitarbeiter. Bis zur Reorganisation des Stadtbauamtes trägt Christian Brenner, Abteilungsleiter Tiefbau, eine doppelte Verantwortung.

Die Dossiers sind übergeben worden. «In der Sache geht es in der Raumplanung für den Menschen um die Lebensqualität», findet Helen Bisang. Der Stadtrat spricht denn auch in seiner Medienmitteilung vom vergangenen 26. September davon, dass Helen Bisang die Stadt wesentlich mitgeprägt hat und positive Spuren hinterlässt.