Stadt Lenzburg
07.11.2018

Von Bildern und Büchern

<em>Viel Publikum im Müllerhaus:</em> Der Talk «Lenzburg Persönlich» mit Moderatorin Christiane Büchli (rechts). Fotos: Andreas Walker<em>Erzählten aus dem Leben:</em> Literaturhaus-Leiterin Bettina Spoerri und Kunstmaler Fritz Huser.<em/>

Viel Publikum im Müllerhaus: Der Talk «Lenzburg Persönlich» mit Moderatorin Christiane Büchli (rechts). Fotos: Andreas Walker

Erzählten aus dem Leben: Literaturhaus-Leiterin Bettina Spoerri und Kunstmaler Fritz Huser.

Gespräch Im Müllerhaus erzählten die Leiterin des Literaturhauses, Bettina Spoerri, und der Kunstmaler Fritz Huser unter der Gesprächsleitung von Christiane Büchli aus ihrem Leben.

Andreas Walker

Zahlreiche Besucher waren an diesem nebelgrauen Sonntag erschienen und lauschten gespannt, was die beiden Gesprächsteilnehmer im Rahmen der Talk-Serie «Lenzburg Persönlich» zu sagen hatten.

«Schneller als Licht»

Bettina Spoerri ist Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Literaturvermittlerin. Im Oktober 2013 übernahm sie die Leitung des Aargauer Literaturhauses in Lenzburg. Sie erklärte: «Ich begann bereits als Kind, Geschichten zu erfinden und zu schreiben.» Schliesslich wuchs sie in diese Rolle nach und nach hinein.

Im Herbst 2013 erschien ihr erster Roman «Konzert für die Unerschrockenen». Es folgte 2016 der zweite Roman «Herzvirus», aus dem sie vorlas, und die preisgekrönte Erzählung «Schneller als Licht». Sie erklärte: «Zurzeit arbeite ich an mehreren grossen Projekten.»

Fritz Huser absolvierte eine Lehre zum Innendekorateur und arbeitete anschliessend im Theater, Film und beim Schweizer Fernsehen. Seit 1984 konzentriert er sich auf die Malerei.

Mit Farben etwas bewirken

Er merkte schon in seiner Schulzeit, dass er mit Farben etwas bewirken konnte. «Wir hatten einen ‹bösen Lehrer›, der seine Schüler regelmässig schlug. In einer Zeichenstunde in der 5. Klasse ging es darum, von einem Apfel genau den Farbton zu treffen. Nach drei Minuten merkte ich: ‹Ich kann das nicht.›»

Dann kam Huser eine schlaue Idee. «Mit hellgrüner Wasserfarbe malte ich den Apfel an und mit dem gleichen Hellgrün malte ich ihn auf Papier. Plötzlich realisierte er, dass der Lehrer hinter ihm stand. «Ich erwartete, dass er mich schlägt.» Was er nicht für möglich hielt, der Lehrer ging weiter. Fritz Huser: «Ich hatte ihn mit diesen Farben sprachlos gemacht.»

Zu Hause erzählte er die Geschichte seiner Mutter und diese zeigte ihm ein Bild des Malers René Magritte. Ein Gesicht hinter einem grünen Apfel. «Dieses Bild elektrisierte mich förmlich und ich begann, in dieser Art Bilder zu malen.»

In einer weiteren Anekdote erklärte Fritz Huser den Ursprung seiner «singenden Bilder». Eine Schulklasse besuchte sein Atelier im Müllerhaus. Plötzlich fragte ein Mädchen, ob Fritz Huser den Schülern ein Lied vorsingen könnte, was er dann tat. Danach bekam er eine Postkarte mit folgendem Text: «Ihre Bilder gefallen mir sehr. Sie können sehr gut singen.»

Auf die Frage von Christiane Büchli, was Fritz Huser als Stadtrat von Lenzburg den Leuten verordnen würde, meinte er humorvoll, «dass jeder ein Bild von mir in seiner Stube aufhängt».

Danach konterte Bettina Spoerri: «Mir würde es schon reichen, wenn jeder in Lenzburg wüsste, wo das Literaturhaus steht.»

Beide Sätze werden mit grossem Applaus quittiert. Nach dieser humorvollen und interessanten Stunde gab es im oberen Stock des Müllerhauses einen Apéro.