Stadt Lenzburg
19.09.2018

Der 20. Energie-Gipfel war der letzte

<em>Eine speziell gestaltete Tourismustafel zum Abschied:</em> Werner Leuthard, Abteilungsleiter Energie im kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, überreicht Energie-Gipfel-Initiant und -Organisator Dieter Schäfer ein originelles Geschenk. Foto: Alex Spichale

Eine speziell gestaltete Tourismustafel zum Abschied: Werner Leuthard, Abteilungsleiter Energie im kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, überreicht Energie-Gipfel-Initiant und -Organisator Dieter Schäfer ein originelles Geschenk. Foto: Alex Spichale

Energie-Gipfel Während zehn Jahren organisierte der Lenzburger Unternehmer Dieter Schäfer zweimal jährlich einen kantonalen Energie-Gipfel. Nun ist Schluss.

Fritz Thut

Rund 300 Personen fanden sich letzte Woche morgens um 7 Uhr in der Umwelt-Arena in Spreitenbach ein, um dem 20. Aargauer Energie-Gipfel beizuwohnen. Der frühe Startpunkt war ein Markenzeichen des Anlasses, der seit 2009 im Halbjahresrhythmus stattfand. Die gleichbleibend hohe Teilnehmerzahl ist ein deutliches Indiz dafür, dass die gebotenen Vorträge rund um das Thema Energie von stetiger Aktualität waren.

Initiant und Organisator der Energie-Gipfel ist Dieter Schäfer. Der in Lenzburg wohnhafte Elektroingenieur ETH/SIA ist Inhaber der Firma Schäfer Partner AG, die letztes Jahr ihr 10-Jahr-Jubiläum feierte. Mitten in dieser Phase, als er nach eigener Aussage im Alter von 50 Jahren nochmals zum Jungunternehmer mutierte, lancierte er die Idee mit dem Energie-Apéro.

«Ich habe damals bei Baudirektor Peter C. Beyeler angeklopft und habe sofort Unterstützung erhalten», erinnerte sich Schäfer nun an den Anfang. Der Energie-Apéro, mal in Aarau, mal in Baden, mal in Spreitenbach durchgeführt, etablierte sich schnell und zog jeweils ein heterogen zusammengesetztes Publikum aus Wirtschaft, Politik und Verbänden an. Die Ideen und Themen gingen Schäfer nie aus, was auch der volatilen Materie geschuldet ist: «Die Energiepolitik hat sich in den letzten Jahren stark verändert», hielt der Initiant zu Beginn des 20. Gipfels fest.

Prominente Referenten

Der aktuelle Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), Regierungsrat Stephan Attiger, blickte in seiner Begrüssung auf diese 10 Jahre zurück, in denen sich das Verhältnis zum Themenkomplex von der Politik, aber auch von jedem Einzelnen massiv verändert hat.

Diese Rahmenbedingungen mit der von Bundesrätin Doris Leuthard (ebenfalls einmal Rednerin am Energie-Gipfel) initiierten Energiestrategie 2050, die von der Restschweiz, nicht aber vom Aargau gutgeheissen wurde, prägen gegenwärtig das neue Aargauer Energiegesetz, das im nächsten Jahr vorgelegt wird. Attiger: «Wir stehen heute teilweise vor den gleichen, teilweise aber vor ganz neuen Herausforderungen wie vor 10 Jahren.»

So war es folgerichtig, dass sich die Hauptreferate des 20. und letzten Energie-Gipfels nicht um konkrete Energiepolitik drehten: Politikwissenschafts-Professor Markus Freitag sprach über «Die Psyche des Politischen» und Bestseller-Autor Rolf Dobelli über «Mehr Energie durch klares Denken». Dobelli warnte dabei vor den vielen systematischen Denkfehlern des Menschen.