Stadt Lenzburg
12.09.2018

Ein Wildwasserbett beim «Schwöschtereloch»

<em>Vielfältig einsetzbar:</em> Forstwartlehrlinge am Bau-Ausbildungskurs in Lenzburg. Foto: zvg

Vielfältig einsetzbar: Forstwartlehrlinge am Bau-Ausbildungskurs in Lenzburg. Foto: zvg

Wald Forstleute sind vielseitig zu verwenden. Das belegt der Baukurs für Forstwartlehrlinge, welcher letzte Woche vom Aargauischen Försterverband in den Lenzia-Waldungen veranstaltet wurde.

Heiner Halder

Sie erstellen Strassen und Treppen, zimmern Zäune, Häuser, Holzunterstände und Mobiliar, verlegen Durchlässe, verbauen Bachbette und stabilisieren Rutschhänge. 28 Burschen und eine junge Frau im dritten Lehrjahr wurden an acht Baustellen je einen halben Tag von Fachleuten instruiert. Das Ergebnis nach dem von Lenzia-Projektleiter Thomas Waltenspühl organisierten Grosseinsatz ist beeindruckend.

Schlüsselprojekt war die Sanierung der Wildbachverbauung «Schwöschtereloch» im Ammerswiler Bann. Das aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammende Entwässerungssystem des Ebnet führte vor allem nach grösseren Gewittern zu Überschwemmungen an der Ammerswilerstrasse, womit das Dorf regelmässig von Lenzburg abgeschnitten wurde.

Erst die Sanierung anno 1998 vermochte das Wildwasser zu zähmen. Dank dem Baukurs wurde die Verbauung nun wieder nachhaltig rekonstruiert, laut Stadtoberförster Frank Haemmerli «das schiessende Wasser in fliessendes Wasser verwandelt» und problemlos den steilen Hang hinunter ins Lenzburger Stadtbächli geführt. 200 Meter Tannenrundholz, was 8 Kubikmetern entspricht, 25 Meter Armierungseisen und 100 Schrauben verarbeiteten die Forstwartlehrlinge für das gelungene Werk.

Stabilisieren und sichern

Spektakulär präsentierte sich auch die Baustelle am Hinteren Stieracherweg, wo die abrutschende Strasse durch einen sogenannten Holzkasten auf einer Strecke von 30 Metern mittels längs und quer gelegten Baumstämmen stabilisiert wurde.

Beim Munitionsdepot galt es, den Steilhang durch einen Grünverbau mit Weiden, welche ausschlagen, zu sichern. Das kleine Blockhaus wird auf dem Spielplatz Wilmatten platziert, die Eichenbänkli mit Lehne ergänzen das Mobiliar der Lenzia. Ein Holzzaun aus Akazien führt entlang dem Fünfweiherbach am Munimattweg und beim Niederlenzer «Iseredli» ist eine Treppe erstellt, dort, wo die Biberfamilie haust.

«Mit der Durchführung des Baukurses in Lenzburg wurden im Forstrevier Lenzia klare und eindeutige Mehrwerte auf lange Sicht zu günstigen Bedingungen geschaffen. Die Projekte haben auch einen bildungskulturellen Wert», lautet die positive Bilanz von Stadtoberförster Frank Haemmerli.