Stadt Lenzburg
17.01.2018

Die Freude für das Lesen wecken

Reger Austausch: Barbara Hediger, Leiterin Stadtbibliothek, unterhält sich mit Mentorin und Heilpädagogin Sabine Kugler aus Sarmenstorf. Fotos: Carolin FreiErfahrungen teilen: Rahel König vom Elternverein (mit rotem Pullover) im Gespräch mit den freiwilligen Mentoren.

Reger Austausch: Barbara Hediger, Leiterin Stadtbibliothek, unterhält sich mit Mentorin und Heilpädagogin Sabine Kugler aus Sarmenstorf. Fotos: Carolin Frei

Erfahrungen teilen: Rahel König vom Elternverein (mit rotem Pullover) im Gespräch mit den freiwilligen Mentoren.

Die Stadtbibliothek Lenzburg und der Elternverein Lenzburg luden die achtzehn Freiwilligen, die seit letztem August das Projekt Lesementoring für Kinder mit ihrem persönlichen Engagement unterstützen, zum ersten gemeinsamen Austausch am Montagabend in die Stadtbibliothek.

Carolin Frei

Ich habe erlebt, was es heisst, die deutsche Sprache nicht zu beherrschen», sagt Carlota Messer aus Hunzenschwil, eine der freiwilligen Mentorinnen, anlässlich des ersten Mentoren-Treffs in der Stadtbibliothek Lenzburg. Die ersten sieben Lebensjahre verbrachte Carlota Messer in Spanien, dem Heimatland ihrer Mutter. Erst danach kam die Familie in die Schweiz, die Heimat ihres Vaters. «Ich konnte kein Wort Deutsch, als ich in die erste Klasse kam. Die ganze Klasse lachte mich jeweils aus, wenn ich etwas falsch sagte. Die Lehrerin – für mich war sie die «Rottenmeier» aus Johanna Spyris Buch Heidi – liess dies einfach zu», erzählt die 67-Jährige. «Dies ging so weit, dass ich zu stottern begann.»

Messer weiss, was es heisst, der Sprache nicht mächtig zu sein. Mit ihrem Engagement möchte sie Kinder dabei unterstützen, die Freude am Lesen, an der Sprache zu finden. So wie die anderen Mentorinnen und Mentoren, die sich am Montagabend zum Austausch trafen.

Eine Win-win-Situation

Unter ihnen auch der 77-jährige Eckart Siebel aus Lenzburg. «Ich habe Zeit, bin pensioniert», sagt er. «Ein solches Projekt ist eine Win-win-Situation. Ich kann mich sozial engagieren, halte mich dadurch geistig fit und unterstütze zugleich Kinder beim Lesen und Bücherkennenlernen», betont er. Er könne dies allen Senioren nur empfehlen. Mit Herzblut mit von der Partie ist auch Marianne Pfaffen aus Lenzburg. «Ich liebe Kinder, lese für mein Leben gerne. Und – das Lesementoring macht mir Spass. So sehr, dass sich mein Mann schon fragte, wer wohl mehr Freude hat, mein Schützling oder ich», sagt sie schmunzelnd.

Austausch wird geschätzt

Das Lesementoring macht offenbar auch den Kindern Freude, wenn vielleicht auch nicht immer. Umso wichtiger, dass sich die Mentoren an ihrem ersten Treff untereinander austauschen und ihre Erfahrungen teilen konnten.

Seit August 2017 unterstützen 16 Lesementorinnen und 2 -mentoren 24 Kinder während 45 Minuten pro Woche dabei, einen besseren Zugang zur Welt der Sprache zu finden. Das Hauptziel besteht darin, die Freude am Lesen zu wecken, und dies findet ausserhalb des regulären Unterrichts in öffentlichen Räumen in einer 1:1-Betreuung statt. «Das Projekt ist sehr erfolgreich angelaufen, wir bekommen viele positive Feedbacks, betonen Barbara Hediger, Leiterin Stadtbibliothek, und Rahel König vom Elternverein am Mentoren-Treff.

Man sei nun daran, das Lesementoring für das neue Schuljahr aufzugleisen. «Wir haben bereits eine Warteliste und würden uns über weitere freiwillige Lesementoren sehr freuen», betonen die beiden Organisatorinnen. Wer das Projekt unterstützen möchte, erhält eine kompetente Einführung. Gewünscht wird, dass man sich für ein Jahr engagieren kann. Melden kann man sich bei der Stadtbibliothek oder beim Elternverein Lenzburg.