Stadt Lenzburg
08.11.2017

«Bagger-Hans» trifft «Power-Maja»

Interessante Runde: «Lenzburg Persönlich» mit Hans Huber, Maja Riniker-Baumann und Leiter Tinu Niederhauser.Foto: Fritz Thut

Interessante Runde: «Lenzburg Persönlich» mit Hans Huber, Maja Riniker-Baumann und Leiter Tinu Niederhauser.Foto: Fritz Thut

In der 14. Auflage des Stadt-Talks «Lenzburg Persönlich» waren am Sonntagmorgen der ehemalige Stadtammann Hans Huber und Grossrätin Maja Riniker-Baumann zu Gast im Müllerhaus.

Fritz Thut

Noch selten war die Gesprächsveranstaltung «Lenzburg Persönlich» so gut besucht wie diesmal: Der versierte Gesprächsleiter Tinu Niederhauser hatte mit Maja Riniker-Baumann und Hans Huber ein «Power-Duo» zu Gast, wie Müllerhaus-Stiftungsratspräsident Alexander Krebs in der Begrüssung festhielt.

Die Veranstaltung wurde diesmal beiden Wörtern im Namen gerecht. Beim langjährigen Stadtammann Hans Huber ist der Lenzburg-Bezug klar; bei der in Suhr wohnhaften Grossrätin Maja Riniker-Baumann ist Lenzburg jene Stadt, in der sie aufgewachsen ist und – notabene im Müllerhaus – geheiratet hat.

Den Grund für ihre doppelte «Fahnenflucht» wollte Alt-SP-Einwohnerratskandidat Niederhauser von der FDP-Grossrätin wissen. «Eine gewisse Distanz ist gut», so Riniker. Dass sie für eine andere Partei politisiert als ihr Vater Ruedi Baumann habe sich ergeben: «Mein Vater war in der SP eher ein Exot, aber er hat mir vorgelebt, was es bedeutet, sich zu engagieren», so Riniker.

Auch den Reiz der Kommunal- und Kantonalpolitik kitzelte der Moderator aus seinen Gästen heraus. Für Huber, der dank seiner elfjährigen Tätigkeit als Bauvorsteher der Stadt abwechslungsweise als «Bagger-», «Kran-» oder «Beton-Hans» bezeichnet wurde, spielt auf Stufe Gemeinde die Parteizugehörigkeit keine Rolle: «Wichtig sind Lösungen.» Seiner gut 30 Jahre jüngeren Parteikollegin gab Huber den Tipp, sich in eine Exekutive wählen zu lassen: «Da darf man dann umsetzen.»

Tiefschlag und Absturz

Neben der Politik kamen verschiedene persönliche Aspekte der beiden Talk-Gäste zum Vorschein. Huber hat das Coming-out seines Sohnes mehr beschäftigt, als er selbst gedacht hätte: «Ich habe drei Tage mit mir gekämpft und musste das Akzeptieren lernen.» Mittlerweile ist die Homosexualität kein Thema mehr. Dafür engagiert sich Huber seit einiger Zeit im Verein «Freunde von Moldawien».

Riniker erzählte, wie ein böser Sturz über eine Felswand am Gofi mit 17 Jahren ihre Einstellung geändert hat: «Man hat eine neue Beziehung zum Leben, zu Personen und auch zur Kirche.» Der Sturz im Vorfeld einer Pfadi-Übung ging glimpflich aus, doch fehlt ihr seither ein Rückenwirbel.

Bei aller Ernsthaftigkeit kam der Humor bei «Lenzburg Persönlich» nicht zu kurz. Während Maja Riniker – wohl nach der Verjährungsfrist – zugab, mal ihren Jahrgang auf einem Ausweis manipuliert zu haben, um in den USA ein Auto mieten zu können, schilderte Huber, wie er sich hier mit 21 als eingewanderter Freiämter mit dem Freischarenmanöver «anfreunden musste»: «Jetzt machen die hier Fasnacht mitten im Sommer», habe er damals gedacht.

Die Frage nach dem Lebensmotto beantwortete Hans Huber mit «Nichts verschieben» und Maja Riniker-Baummann mit «Leben und leben lassen».

In spielerischen Entweder-oder-Runden liess der Gesprächsführer seine Gäste auch über die mögliche Schlagzeile über dem Zeitungsbericht über den Anlass sinnieren. Der Vorschlag «‹Bagger-Hans› trifft ‹Power-Maja›» war mehrheitsfähig. Und wird deshalb so gewählt.