Seetal-Lindenberg
11.10.2017

66 neue Wohnungen am Kirchrain

Bleibt nicht grün: Der Kirchrain in Meisterschwanden wird überbaut, jedoch mit aller Sorgfalt. Foto: Alfred Gassmann

Bleibt nicht grün: Der Kirchrain in Meisterschwanden wird überbaut, jedoch mit aller Sorgfalt. Foto: Alfred Gassmann

Der Kirchrain unterhalb der reformierten Kirche Meisterschwanden soll, soweit eingezont, überbaut werden. Der Gestaltungsplan hat bis zum 2. Oktober bereits öffentlich aufgelegen. Es sind Einwendungen eingetroffen.

Alfred Gassmann

Die beiden Bauparzellen am sanften Hang sind der Dorfzone D zugeordnet, umfassen eine Fläche von knapp einer Hektare und weisen annähernd die Form eines Rechteckes auf. «Neu- und Umbauten in der Dorfzone müssen besonders sorgfältig gestaltet und in die bestehenden Strukturen eingepasst werden», ist in der Bau- und Nutzungsordnung Meisterschwanden festgelegt.

Der Gestaltungsplan, betitelt als Lindenweg «Am Park», darf für sich beanspruchen, diese Forderungen zu erfüllen. Auf die Lärmsituation wird mit einem Baukörper entlang der Kantonsstrasse als Lärmriegel reagiert, die bauliche Dichte gilt als angemessen, der Aussenraum mit viel Sichtbeziehungen in die Umgebung ist sorgfältig gestaltet und die Einfahrt in die Tiefgarage könnte nicht an einem vorteilhafteren Punkt angeordnet werden.

Ein Hauch Villencharakter

Umgeben ist die Perimeterfläche vom Lindenweg, der Kantonsstrasse Meisterschwanden–Fahrwangen, einem breiten Streifen Kulturland und einer neueren, dichten Wohnüberbauung.

Die angrenzenden Parkanlagen der Stiftung Gärtnerhaus mit den alten Bäumen flossen spürbar als Randbedingung in die Planungsarbeiten ein. Die Wohnsiedlung soll hochwertiges Wohnen an einem landschaftlich sehr schönen Ort bieten, obwohl die Sicht auf den See verwehrt bleibt.

Weil die Gebäude zulässigerweise höher gebaut werden dürfen, geht kein Freiraum verloren. Die sechs sogenannten Punktbauten mit Flachdächern drücken in ihrem Äusseren Villencharakter aus.

Das Richtprojekt wurde im Einvernehmen mit der Ortsbildpflege des Kantons Aargau erarbeitet. In der Tiefgarage finden 101 Fahrzeuge Platz und die Veloabstellplätze wurden nicht vergessen. Sonderbauvorschriften regeln alle Aspekte der Bebauung.

Einwendungen eingetroffen

Im 25-seitigen Planungsbericht wird offen dargelegt, dass das Dorf und somit auch das neue Quartier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erschlossen sind. In der Tat: Die Bushaltestelle Meisterschwanden «Post» liegt etwa 200 Meter entfernt und bietet zwei Verbindungen pro Stunde nach Wohlen und eine Verbindung pro Stunde nach Lenzburg.

Ein Geschäft für den Einkauf des täglichen Bedarfs ist etwa in 400 Meter Distanz zu erreichen. Der Lindenweg präsentiert sich 4,5 Meter breit. Im Bereich der Einmündung in die Kantonsstrasse wird er auf einer Länge von etwa 15 Meter auf 5,5 Meter verbreitert.

Während der öffentlichen Auflage sind Einwendungen eingereicht worden. Der Gemeinderat bekommt Arbeit.