Region
07.03.2018

Verkehrsministerin steckte im Stau

Vollauf zufrieden: Sozialdiakonin Susanne Vögeli verabschiedet Bundesrätin Doris Leuthard. Foto: Alfred Gassmannf

Vollauf zufrieden: Sozialdiakonin Susanne Vögeli verabschiedet Bundesrätin Doris Leuthard. Foto: Alfred Gassmannf

Mit 45 Minuten Verspätung wegen Stau auf der Autobahn kreuzte Bundesrätin Doris Leuthard zum traditionellen Frauenapéro in der Kirche Ammerswil auf. Umso herzlicher wurde sie für ihr Referat empfangen.

Alfred Gassmann

An Farben und Kontrasten mangelte es nicht am letzten Freitagabend in Ammerswil. Das Walddorf präsentierte sich in Weiss, Bundesrätin Doris Leuthard mit einem grünen Rollkragenpullover und einer schwarzen Jacke.

Und als sie mit 45 Minuten Verspätung die warme Kirche Ammerswil betrat, spielten Alois Bürger (Orgel) und Sabine Bürger (Querflöte) an diesem kalten Winterabend «Morgenstimmung» von Edvard Grieg. Eine Fahrt nach Lenzburg mit der Bahn war ihr verwehrt – wegen einer Bombendrohung in Bern. Doch sie dürfte wohl nicht das erste Mal mit dem Fahrzeug im Stau stecken geblieben sein.

Naheliegend wäre gewesen, dass sie ihr Referat mit dem Ausbau des Nationalstrassennetzes begonnen hätte. Doch die Bundesrätin nahm die Zuhörerschaft virtuell mit an die Stunden zuvor abgehaltene Pressekonferenz des Bundesrates über die Frage, wie die AHV finanziell langfristig gesichert werden kann. Doris Leuthard führt das grösste der sieben Departemente, nämlich das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Sie gewährte offen einen Einblick in ihren Berufsalltag. Schon ab sieben Uhr morgens brennt Licht an ihrem Arbeitsplatz. Das Mittagessen nimmt sie im Büro ein, wobei die Pause auf 20 bis 30 Minuten beschränkt ist. Ihre wöchentliche «Soll-Arbeitszeit» hat sie oft bereits am Mittwoch erreicht.

Ernste Themen, lockere Atmosphäre

Doris Leuthard sorgte im kurzen Referat auch für Lacher und erntete dazwischen Applaus. Die Referentin munterte auf, sich im gesellschaftlichen und politischen Leben zu engagieren.

Gemeindepräsidentin Marianne Horner, Gemeinderätin Rita Brunner und Gemeindeschreiberin Ruth Rippstein packten die Gelegenheit, um mit Fragen die Meinung der Bundesrätin kennen zu lernen. Marianne Horner empfahl sie, gewisse Aufgaben der kleinen Gemeinde im Verbund mit umliegenden Gemeinden zu lösen. Pfarrer Michael Lo Sardo wollte wissen, ob sie je geträumt habe, Bundesrätin zu werden. «Nein», meinte sie, «doch als sich die Chance darbot, habe ich mich der verantwortungsvollen Aufgabe gestellt.» Und wenn der Pfarrer einen Männerapéro gründen sollte, ist der nächste Auftritt von Doris Leuthard versprochene Sache.

Für Susanne Vögeli, Sozialdiakonin in der Reformierten Kirchgemeinde und Initiantin des Frauenapéros, bildet der Anlass einen Höhepunkt in ihrer beruflichen Arbeit. Das gemeinsame Bild mit der Bundesrätin dürfte sie wohl zeitlebens aufbewahren.