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30.03.2017

Späte Rache «Mit spitzer Nadel»

Veröffentlichte ihren Erstling: Krimi-Autorin Susanne Gantner.

Veröffentlichte ihren Erstling: Krimi-Autorin Susanne Gantner.

Susanne Gantner ist für viele keine Unbekannte, wohnte sie doch über 20 Jahre in Rupperswil. Nun hat sie ihren ersten Krimi veröffentlicht und damit bereits viel Aufmerksamkeit bekommen.

Beatrice Strässle

Im Krimi «Mit spitzer Nadel» geht es um späte Rache. Susanne Gantners Erstling liest sich süffig. Sie schafft es, die Charaktere vorzustellen, ohne die Handlung ins Stocken zu bringen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten, ohne dass sie in ein Stakkato verfallen. Manchmal sind sie wie ein Streiflicht auf eine Begebenheit aus früherer Zeit der Protagonisten. Sie lenken nicht von der eigentlichen Geschichte ab, sondern machen das aktuelle Geschehen verständlich. Die Sympathien sind nicht nur auf der Seite des Rechts, auch mit dem Opfer und späteren Täter kann man durchaus mitfühlen. Die Autorin legt mit der diffizilen Schilderung des Kindesmissbrauchs viel Feingefühl an den Tag. Fazit: Man legt das Buch erst weg, wenn die letzte Seite gelesen ist.

Das Talent zum Schreiben schlummerte in Susanne Gantner ein paar Jahrzehnte lang, bevor sie wieder zur Feder griff und den Krimi «Mit spitzer Nadel» veröffentlichte. «Schon als Jugendliche habe ich gerne Geschichten geschrieben, wie beispielsweise das Spatzenmärchen. Da war ich gerade 15 Jahre alt. Ich habe für meine Eltern ein ganzes Buch geschrieben. Später blieb mir wenig Zeit dazu, meine Haupttätigkeiten waren Übersetzen und Kirchenmusik», erzählt Susanne Gantner. Im Bezirk Lenzburg ist sie keine Unbekannte, wohnte sie doch vor ihrem Wegzug nach Erlinsbach während 27 Jahren in Rupperswil und leitete während mehr als 20 Jahren verschiedene weltliche und kirchliche Chöre, unter anderem den gemischten Chor Fahrwangen-Meisterschwanden, den Männerchor Hunzenschwil-Schafisheim, die katholischen Kirchenchöre Sins und Erlinsbach. Seit fünf Jahren ist sie viel beschäftigte Organistin und bietet auch Unterhaltungsmusik mit dem Keyboard an. Und so nebenbei, scheint es, schrieb sie ihren ersten Krimi.

Idee entstand beim Arzt

Die Idee für die Geschichte bekam sie durch Gespräche mit einem Arzt, bei welchem sie wegen Schmerzen in Behandlung war. «Dr. Beat Haldemann ist nicht nur Hausarzt, sondern auch Akupunkteur», führt die Autorin aus. Er setzte seine Nadeln bei Susanne Gantner sehr erfolgreich bei verschiedenen Beschwerden ein. «Während der langen Liegezeiten gingen mir die Gespräche immer wieder durch den Kopf und nach jeder Behandlung war ein weiteres Kapitel geboren. Mit der Zeit entstand ein ganzes Buch – voilà», erzählt sie munter weiter. Die «Susanne» im Krimi trägt beabsichtigt die Lebenszüge der Autorin. Sie ist die Tochter des Ermittlers Stampfli.

Angesprochen auf das herzliche Verhältnis zwischen Vater und Tochter im Kriminalroman und Parallelen zu ihrem eigenen Vater, verneint sie bedauernd: «Da habe ich wohl meine Wunschvorstellungen hineingeschrieben. Mein Vater verstarb leider sehr früh, ich war erst 18 Jahre alt.»

Fortsetzung in Arbeit

«Mit spitzer Nadel» verkauft sich sehr erfolgreich. Da liegt die Frage nahe, was als Nächstes kommt. «Ich arbeite bereits an einer Fortsetzung. Ermittler Stampfli muss sich um einen weiteren Mordfall kümmern», verrät sie geheimnisvoll. Nur so viel sei preisgegeben: Eine ungeliebte eingebildete Solosängerin wird beim Üben des Glorias für Weihnachten auf der Empore der Kirche erstochen. Obwohl auch das zweite Werk Spannung pur und Nervenkitzel verspricht, will sich Susanne Gantner nicht auf dieses Genre festlegen. «Ich kann mir auch ganz gut eine romantische Liebesgeschichte vorstellen», schliesst sie verschmitzt. Eines ist sicher, wir werden noch einiges von der Autorin Susanne Gantner zu lesen bekommen.

Lesung am 2. April in Rupperswil

Am Sonntag, 2. April, liest Susanne Gantner in ihrem früheren Wohnort Rupperswil aus ihrem Buch. Die Lesung in der Confiserie R. Schwarz im Mitteldorf 4 beginnt um 17 Uhr.