Im Gespräch
28.11.2018

«So ein Adventskalender ist eine Riesenarbeit»

<em>Noch keine Fortsetzung geplant:</em> Künstler Fritz Huser mit dem Lenzburger Adventskalender 2018 in seinem Atelier. Foto: Fritz Thut

Noch keine Fortsetzung geplant: Künstler Fritz Huser mit dem Lenzburger Adventskalender 2018 in seinem Atelier. Foto: Fritz Thut

Lenzburg Bevor die Lenzburger Adventskalender in zwei Grössen zum Verkauf gelangten, war ein langer Vorlauf nötig. Kunstmaler Fritz Huser war seit einem Jahr mit dem Projekt beschäftigt.

Fritz Thut

Noch im Jahr 2017 wurde Fritz Huser mit der Absicht des neuen Vereins AL (hier die Abkürzung für Advent Lenzburg) konfrontiert, endlich wieder einen Adventskalender mit Lenzburger Motiven zu kreieren. «Dafür kommt nur er infrage», so Präsident Christoph Hofstetter.

Nach ersten Gedanken begannen im Januar für Huser die konkreten Vorarbeiten: «Ich wollte schliesslich nicht in Stress kommen.» Es gab eine klare Abgabefrist, schliesslich mussten die Adventskalender noch gedruckt werden. Dafür kam nur die ortsansässige Kromer Print AG infrage. «Schliesslich ist das ein Lenzburger Kalender; da ist es richtig, dass alles in Lenzburg produziert wird», so Huser.

Letztes Türchen im August

Huser hat den Abgabetermin eingehalten. «Gestern habe ich das letzte Türchen-Bild fertig gestellt», verriet er im August beim Besuch im Atelier. Mitten im Hochsommer entstand hier ein Bild von einem stilisierten, dick eingeschneiten Schlosshügel. Mit der Huser eigenen Fantasie wurde die mit markanten Lenzburger Gebäuden versehene Szenerie mit vielen Details verziert.

Im Gegensatz zu den beiden ersten Adventskalendern hat Fritz Huser diesmal mit dem Verein AL einen Vertrag gemacht, der ihm eine angemessene Entschädigung garantiert: «So ein Adventskalender ist eine Riesenarbeit und bei den früheren Kalendern habe ich überhaupt nichts verdient.» Auch wenn es nun anders ist, gibt es keine Serienproduktion: «Jährlich ein Kalender ist zu viel, auch alle zwei Jahre. Höchstens alle fünf Jahre wäre realistisch. Aber noch ist nichts geplant», so Huser.

Der Künstler Fritz Huser ist nicht nur im Vorfeld, sondern während der Adventszeit auch sonst aktiv. Bis am 16. Dezember ist im Müllerhaus jeweils freitags, samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr sein «Kunst-Kiosk» mit Bildern, Karten und mehr geöffnet. Am nächsten Mittwoch, 5. Dezember, von 14 bis etwa 16.30 Uhr sind im Workshop «Weihnachtskartenschreiben» noch einzelne Plätze frei.

Fritz Husers Vernissage-Gedicht

Seine interdisziplinären Kunstfertigkeiten unterstrich Fritz Huser, als er an der Vernissage den Adventskalender mit einem eigenen Gedicht vorstellte:

Me chas sogar vom Mond us gseh

z Länzburg hets en hufe Schnee

Om es Hohr Lawinegfohr!

verkündet d Heilsarmee im Chor

es isch kei Fake, es isch nüt gloge

im Schlitte wirsch de Berg uf zoge

mit Vollgas chasch den abesause

a de Schneebar gits e Pause

de eint ond ander goht ufs Ganze

und liit denn plötzlich ufem Ranze

Samichlaus und Grittibänz

chömed grad vo Niederlänz

Jung und Alt isch ufem Iis

all rüefed: En Kaländer, please!

Hänked ein i jedes Zimmer

das macht Freud für hüt ond immer.

«Leute mit guten Ideen miteinander vernetzen»

Verein AL Hinter dem ersten Lenzburger Adventskalender seit über zehn Jahren steht neu der Verein AL (VAL) und hinter dem Verein AL steht Stadtschreiber Christoph Hofstetter: «Wir sind kein reiner Zahlverein, sondern uns geht es darum, Leute mit guten Ideen miteinander zu vernetzen.» Ziel des VAL soll es sein, «mit gesellschaftlichen, gastronomischen, ökologischen oder sozialen Aktionen, den guten Ruf der (Alt-)Stadt von Lenzburg zu erhalten», so Hofstetter.

So bereiten die total 800 Exemplare des Adventskalenders nicht nur bei Käufern oder damit Beschenkten Freude, der Erlös wird für die Weihnachtsbeleuchtung und via Städtische Hilfsgesellschaft für die Anschaffung von traditionellen Jugendfestkleidern für Bedürftige verwendet. (tf)

Lenzburger Adventskalender. In zwei Grössen, 40 mal 40 Zentimeter für 30, 68 mal 68 Zentimater für 50 Franken, erhältlich bei Fritz Huser im Müllerhaus, bei den Geschäften Augentreff Schneider AG, Buchhandlung Otz, Büro Ryser AG, Hömlilade und Vitrine. Kontakt Verein AL: VAL.5600@gmx.ch.