Im Gespräch
23.05.2018

Auf den Duft gekommen – vom Ökonom zum Parfümhersteller

<em>Innovativ:</em> Philipp Döbeli aus Staufen gibt ein Parfüm mit rein natürlichen Ölen und Schweizer Bergwasser heraus. Foto: ms<em>Frischer Herrenduft:</em> «Free One» hat seine Wurzeln in Staufen. Foto: zvg

Innovativ: Philipp Döbeli aus Staufen gibt ein Parfüm mit rein natürlichen Ölen und Schweizer Bergwasser heraus. Foto: ms

Frischer Herrenduft: «Free One» hat seine Wurzeln in Staufen. Foto: zvg

Staufen Philipp Döbeli ist ein Macher. Als er feststellte, dass der Markt das Produkt, das er sich wünscht, nicht anbietet, gründete er kurzerhand seine eigene Firma, um es selbst zu produzieren.

Melanie Solloso

Noch kaum ein Jahr ist es her, als ihn seine schwindenden Parfümvorräte daran erinnerten, dass es Zeit für Nachschub ist, einhergehend mit einem tiefen Griff ins Portemonnaie. Philipp Döbeli aus Staufen hatte schon als Jugendlicher eine Affinität für Parfüms, gerne benutzt er verschiedene, passend zur Stimmung und zur Tageszeit. Dass gute Parfüms so teuer sein müssen, war ihm denn schon seit längerem ein Dorn im Auge. Als er feststellte, dass die meisten Parfüms nicht nur teuer sind, sondern auch mit künstlichen Ölen hergestellt werden, war für ihn klar, was er wollte: ein erschwingliches Produkt mit natürlichen Stoffen. Doch die Kombination gab der Markt nicht her. Zu hoch sind die Produktionskosten für aufwändige Flacons und die Marketingkosten der grossen Parfümmarken.

Das gab bei Philipp Döbeli den Anstoss für «Free One», seine eigene Start-up-Firma. Vor gut einem Monat brachte das Jungunternehmen sein erstes gleichnamiges Parfüm heraus. Ein frischer Herrenduft, mit Essenzen von Zeder und Wacholder. Der Duft soll Freiheit, Abenteuer, Natürlichkeit und Stil vermitteln.

Das Spezielle: Das Parfüm wird mit rein natürlichen Ölen und Schweizer Bergwasser hergestellt und ist mit 32 Franken für 30 Milliliter ein wahres Schnäppchen. «Dank tiefen Marketingkosten, wenig Lohnaufwand und dem Verzicht auf Margen für den Vertrieb über Grossverteiler wie beispielsweise Marionnaud kann der Verkaufspreis tief gehalten werden», verrät der diplomierte Betriebsökonom seine Strategie.

«Entweder ganz oder gar nicht»

Mit seiner Firma möchte der 29-Jährige aber noch mehr. Nämlich gute Werte transportieren und vermitteln. Darum geht 1 Franken jeder verkauften Flasche an eine wohltätige Organisation. «Es ist wichtig, dass man etwas zurückgibt, wenn man etwas einnimmt», findet der gebürtige Staufner. Mit dem Solidaritätsbeitrag wird die Unternehmensvision von «Free One» unterstützt, die lautet: «Jeder kann frei sein.» «Frei von Ängsten, Zweifeln oder Sucht – mit Frieden im Herzen», erklärt Philipp Döbeli seine Auffassung von Freiheit.

Man merkt, dass die Werte stimmen, dies ist dem zweifachen Familienvater wichtig. Wenn er etwas tut, dann steht er zu 100 Prozent mit Leidenschaft dahinter. Oder wie er es ausdrückt: «Entweder ganz oder gar nicht.»

Die Welt der Düfte war für Philipp Döbeli Neuland. Studiert hat er internationales Management, derzeit arbeitet er für eine Software-Firma in Zürich. Wie ein Duft zustande kommt oder was es bei der Herstellung zu beachten gilt, darüber wusste er bis vor den Anfängen von «Free One» kaum etwas.

Dass es für die Parfümherstellung Experten braucht, wurde ihm bei seinen ersten eigenen Mischversuchen rasch bewusst, und er gab die Entwicklung in die Hände einer professionellen Parfümeurin. Trotzdem ist Philipp Döbeli federführend bei der Herstellung des Dufts, entscheidet, welche Botschaften dieser transportieren soll und wie er schlussendlich riecht. Er sei zwar noch kein Duftexperte, mittlerweile gelinge es ihm jedoch immer besser, einzelne Essenzen in Düften herauszuriechen, freut er sich. Unterstützt wird der Jungunternehmer derzeit, neben der Parfümeurin, ausserdem von Freelancern mit Fachwissen in den Bereichen Fotografie, Grafik und Marketing.

Der zweite Duft kommt im Herbst

Die grosse Herausforderung bei der Parfümentwicklung sei es, einen Duft zu kreieren, der einer Mehrheit gefällt, gleichzeitig aber nicht zu versuchen, die absolute Mehrheit zu suchen, verrät Philipp Döbeli. «Irgendeinmal muss man sich festlegen.»

Mit seinem ersten Duft transportiert «Free One» die Werte Freiheit, Abenteuer, Natürlichkeit und Stil passend. Man darf gespannt sein auf die zweite Kreation: ein Frauenparfüm. Es ist ab Oktober im Internethandel und in ausgesuchten Läden erhältlich. Wie es riechen wird, darf hier bereits verraten werden: Auch die Damenversion von «Free One» kommt frisch daher, aber auch leicht pudrig, verspielt und mit einer feinen Note Extravaganz. Man darf gespannt sein.

Infos zur Firma und zu den Produkten findet man unter www.free-one.ch.